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![]() viel wird über mich gerätselt, noch mehr gemutmaßt. So zum Beispiel die Aussage, ich sei geboren im Jahr null-elf des letzten Jahrhunderts. Böse Zungen und übellaunige Journalisten behaupten das tatsächlich über mich. Doch natürlich ist das Quatsch. Aber fragt man eine Dame über dreißig überhaupt nach ihrem Alter? (Und ja, ich bin eine Dame! Jede Frau, die jemals in einer S-Klasse Tränen vergossen hat, darf das getrost von sich behaupten.) Da ich mich selber manchmal vertue, hab ich im Internet nachgeschaut, mich sozusagen gegoogelt. Nicht alles, was ich dort fand, war schmeichelhaft. Ein Beispiel:
Lilo Wanders ist der Künstlername der am 11. Oktober 1929 in Bern geborenen deutschen Kamelien-Schauspielerin Liselotte Pulver. (Quelle: http://kamelopedia.mormo.org/index.php/Lilo_Wanders) Ich kann dazu nur sagen, das ist eine Frechheit, mich mit der Pulver zu verwechseln. Deshalb an dieser Stelle nun die einzig autorisierten Zeilen, die halbwegs der Wahrheit entsprechen: Ich bin das Produkt einer späten Leidenschaft, die wohl das Einzige war, was meine Eltern verband. Als ich vier Jahre alt war, trennten sie sich und bald darauf starb mein Vater. Um ihren Beruf wieder aufnehmen zu können, drückte mich meine Mutter einer entfernten Kusine aufs Auge. Von da an wuchs ich auf einem umgebauten Bauernhof in der Lüneburger Heide auf. Nach dem Ende der vierten Klasse kam ich auf ein Internat, und für alle Beteiligten, d. h. für meine Lehrer, meine Mitschüler und mich, begann ein aufregender Lebensabschnitt. Als ich die Sexualität und die Männer als mein Hauptinteressengebiet entdeckte, geschah das Unvermeidliche: Ich musste gehen. Ich ging ohne Bedauern - und ohne Abitur. Dafür hörte ich endlich auf mein Herz. Literatur war meine zweite große Leidenschaft, und ich entschied mich für eine Ausbildung im Buchhandel. Wenn ich nicht gerade Schulbücher verkaufte, nutzte ich die Chance und las alles, was mir zwischen die Finger kam. Als ich mich nach ungefähr zwei Jahren durch die Bestände der Buchhandlung, in der ich lernte, hindurchgelesen hatte, tat ich das einzig nahe Liegende: Ich ging erneut. Es folgte eine unruhige, prägende Zeit. Der Wind des Schicksals wehte mich nach Hamburg, wo ich mich mit allen möglichen und unmöglichen Jobs und Engagements über Wasser hielt. Der 8.8.1988 war ein historisches Datum - an der Reeperbahn auf St. Pauli eröffnete das Schmidt-Theater. Als ich eines Abends im Foyer des Theaters einen Sekt trank, wurde ich Zeuge eines Gesprächs, das meinem Leben eine entscheidende Richtung geben sollte. Es ging um die Besetzung eines Stücks mit dem Titel "Blaue Jungs". Ich mischte mich in das Gespräch ein, verbrachte einen netten Abend und anschließend eine lange Zeit auf der Bühne des Schmidt-Theaters an der Seite von Herrn Schmidt und Marlene Jaschke als Darstellerin in besagtem Volksstück mit Musik. Später folgte die legendäre Schmidt-Mitternachts-Show, mit der wir ein Stück Fernsehgeschichte schrieben. Wir bekamen den Grimme-Preis und erst nach vier Jahren genug von der Show. Im Juni 1994 - ich steckte mitten in den Endproben eines neuen Theaterprogramms - fand ich auf meinem Anrufbeantworter die Nachricht eines freundlichen jungen Mannes, der fragte, ob ich Lust hätte, im Fernsehen ein Unterhaltungsmagazin über Sexualität zu moderieren. Die Sendung sollte "Wa(h)re Liebe" heißen und auf VOX laufen. Das war an einem Dienstag. Am Mittwochmorgen sagte ich ab. Am Mittwochabend fuhr ich ins Studio, und wir zeichneten die erste Folge auf. Tja, und der Rest ist eine andere Geschichte ... Meine ausführlichen Lebenserinnerungen, von denen ich mit Stolz sagen kann, dass wie bei allen Schauspielerbiographien die Hälfte ausgedacht ist, ein großer Teil erlogen und lediglich der Rest der Wahrheit entspricht, kann man in meinem Buch "Tja, meine Lieben" nachlesen. Ihr habt mein Ehrenwort, dass ich jedes Wort selbst geschrieben habe! ![]() TV
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