viel wird über mich gerätselt, noch mehr gemutmaßt. So zum Beispiel die Aussage, ich sei geboren im Jahr null-elf des letzten Jahrhunderts.

Böse Zungen und übellaunige Journalisten behaupten das tatsächlich über mich. Doch natürlich ist das Quatsch.

Aber fragt man eine Dame über dreißig überhaupt nach ihrem Alter? (Und ja, ich bin eine Dame! Jede Frau, die jemals in einer S-Klasse Tränen vergossen hat, darf das getrost von sich behaupten.)
Auf jeden Fall bin ich über dreißig.

Da ich mich selber manchmal vertue, hab ich im Internet nachgeschaut, mich sozusagen gegoogelt. Nicht alles, was ich dort fand, war schmeichelhaft. Ein Beispiel:

Lilo Wanders ist der Künstlername der am 11. Oktober 1929 in Bern geborenen deutschen Kamelien-Schauspielerin Liselotte Pulver.
Mitte der fünfziger Jahre befand sich Lilo quasi immer an irgendeinem Drehort irgendeines Heimatfilmes. Fragte man ihre Familie, wo Lilo denn sei, entgegnete diese irgendwann nur noch genervt: Lilo wandert!
Dies wurde alsbald ihr Spitzname in Deutschland, und da Lilo auch eine internationale Karriere ins Auge fasste, brauchte sie einen adäquaten Künstlernamen, weil Pulver in Amerika kein allzu toller Name sein würde.
So wurde aus dem deutschen Spitznamen Lilo Wandert das anglifizierte Lilo Wanders.

(Quelle: http://kamelopedia.mormo.org/index.php/Lilo_Wanders)

Ich kann dazu nur sagen, das ist eine Frechheit, mich mit der Pulver zu verwechseln. Deshalb an dieser Stelle nun die einzig autorisierten Zeilen, die halbwegs der Wahrheit entsprechen:

Ich bin das Produkt einer späten Leidenschaft, die wohl das Einzige war, was meine Eltern verband. Als ich vier Jahre alt war, trennten sie sich und bald darauf starb mein Vater. Um ihren Beruf wieder aufnehmen zu können, drückte mich meine Mutter einer entfernten Kusine aufs Auge. Von da an wuchs ich auf einem umgebauten Bauernhof in der Lüneburger Heide auf.

Nach dem Ende der vierten Klasse kam ich auf ein Internat, und für alle Beteiligten, d. h. für meine Lehrer, meine Mitschüler und mich, begann ein aufregender Lebensabschnitt. Als ich die Sexualität und die Männer als mein Hauptinteressengebiet entdeckte, geschah das Unvermeidliche: Ich musste gehen. Ich ging ohne Bedauern - und ohne Abitur. Dafür hörte ich endlich auf mein Herz. Literatur war meine zweite große Leidenschaft, und ich entschied mich für eine Ausbildung im Buchhandel. Wenn ich nicht gerade Schulbücher verkaufte, nutzte ich die Chance und las alles, was mir zwischen die Finger kam. Als ich mich nach ungefähr zwei Jahren durch die Bestände der Buchhandlung, in der ich lernte, hindurchgelesen hatte, tat ich das einzig nahe Liegende: Ich ging erneut.

Es folgte eine unruhige, prägende Zeit. Der Wind des Schicksals wehte mich nach Hamburg, wo ich mich mit allen möglichen und unmöglichen Jobs und Engagements über Wasser hielt. Der 8.8.1988 war ein historisches Datum - an der Reeperbahn auf St. Pauli eröffnete das Schmidt-Theater. Als ich eines Abends im Foyer des Theaters einen Sekt trank, wurde ich Zeuge eines Gesprächs, das meinem Leben eine entscheidende Richtung geben sollte. Es ging um die Besetzung eines Stücks mit dem Titel "Blaue Jungs". Ich mischte mich in das Gespräch ein, verbrachte einen netten Abend und anschließend eine lange Zeit auf der Bühne des Schmidt-Theaters an der Seite von Herrn Schmidt und Marlene Jaschke als Darstellerin in besagtem Volksstück mit Musik. Später folgte die legendäre Schmidt-Mitternachts-Show, mit der wir ein Stück Fernsehgeschichte schrieben. Wir bekamen den Grimme-Preis und erst nach vier Jahren genug von der Show. Im Juni 1994 - ich steckte mitten in den Endproben eines neuen Theaterprogramms - fand ich auf meinem Anrufbeantworter die Nachricht eines freundlichen jungen Mannes, der fragte, ob ich Lust hätte, im Fernsehen ein Unterhaltungsmagazin über Sexualität zu moderieren. Die Sendung sollte "Wa(h)re Liebe" heißen und auf VOX laufen. Das war an einem Dienstag. Am Mittwochmorgen sagte ich ab. Am Mittwochabend fuhr ich ins Studio, und wir zeichneten die erste Folge auf. Tja, und der Rest ist eine andere Geschichte ... Meine ausführlichen Lebenserinnerungen, von denen ich mit Stolz sagen kann, dass wie bei allen Schauspielerbiographien die Hälfte ausgedacht ist, ein großer Teil erlogen und lediglich der Rest der Wahrheit entspricht, kann man in meinem Buch "Tja, meine Lieben" nachlesen. Ihr habt mein Ehrenwort, dass ich jedes Wort selbst geschrieben habe!


TV

1990-1993 

Co-Moderation mit Herrn Schmidt und Marlene Jaschke in der Schmidt-Mitternachts-Show im NDR

1994-2004

Moderation von 545 Sendungen Wa(h)re Liebe auf VOX

 
Sowie zahlreiche Auftritte in Sendungen wie der NDR Talk Show, Das Perfekte Promi Dinner, Die Ultimative Chartshow, Millionar gesucht! – Die SKL Show, Wer wird Milliönär – Prominentenspecial, Krömer – Die Internationale Show, Blond am Freitag, Blondes Gift, ZDF Nachtstudio, Zimmer frei! u.v.a.

 

Kino

1993   

Die Ratte

1994

Angesichts ihrer fatalen Veranlagung scheidet Lilo Wanders freiwillig aus dem Leben

1999

Black Souls

2003

Suche impotenten Mann fürs Leben

2007

Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

 

Synchronisation

1990   

Werner - Beinhart! Frau Glör

1992

Der kleene Punker Oma Neumann

1993

Dame Edna

1996

Werner – das muss kesseln!!! Magret Röhrich

1999

Werner – Volles Rooäää!!! Magret Röhrich

2003

Werner – Gekotzt wird später! Frau Glör

2007

Kinder-Hörspiel Mauseschlau und Bärenstark, Folge 1 bis 6 Eule

 

Bühne

1988

Mitgründerin des Schmidt-Theater in Hamburg

1989

Bühnenprogramm Blaue Jungs

1992

Bühnenprogramm Ausziehn! Ausziehn!

1992/93

Gloria Mundi Musical Beiß mich!

1993/94   

Frl. Schneider Musical Cabaret

1995

Bühnenprogramm Land's End

2001

Conférencier Musical Cabaret

2002

Bühnenprogramm Der graue Engel

2004

Bühnenprogramm Die Mythomanin

2006

Sex ist ihr Hobby

2008/09

Bühnenprogramm LiebesLeben

2008/09

Bühnenprogramm LiebesLeben

1989

Bühnenprogramm Marlene Nationaltheater Mannheim

 

Bücher

1997   

Tja, meine Lieben. Eine Diva plaudert sich um Kopf und Kragen Econ

2001

Wa(h)re Liebe Lexikon von A bis Z Heel

2002

Vorspiel mit Biss Europa

2002

Exotische Scharfmacher Europa

2002

Feuchte Verführer Europa

2002

Davor, dazu, danach Europa

2008

Voll aufgeklärt: 100 Antworten auf 1000 Fragen mvg Verlag

 

Musik

1996   

Gern hätt’ ich den Mann geküsst Single

2000

1000 nackte Männer Single